Podcast im Proseminar: Tools und Tipps

Viele Erfahrungen aus dem digitalen Sommersemester 2020 könnte ich aufschreiben. Da ich schon häufiger nach Technik-Tipps für Audio-Aufnahmen gefragt worden bin, stelle ich meine Tools und Tipps für Audios in der Hochschullehre hier einmal zusammen. Grundsätzlich gilt:

  • Man könnte vieles immer auch ganz anders machen.
  • Meine Erfahrungen sind halt auch nur meine Erfahrungen.
  • Für konkrete Produktempfehlungen bekomme ich keine Provision! Ich verlinke einfach, was mir empfohlen wurde oder was ich verwende.

Ich freue mich daher schon jetzt auf eure Tipps und Tools! Nutzt gerne auch die Kommentarfunktion dafür.

Mobil aufzeichnen

Lange habe ich Audio-Aufnahmen einfach mit dem Smarthpone (in meinem Fall mit dem iPhone) und dem Ansteckmikrophon „Rode SmartLav+“ für iPhone und iPad aufgezeichnet. Es gibt auch ein passendes Verlängerungskabel dazu, sodass man damit wirklich sehr flexibel ist. Das Mikrofon sorgt für einen erstaunlich guten Klang. Die erste Folge vom „Bibeldoktor“, dem „Online-Proseminar im Sommersemester“ wurde mit diesem Mikro aufgezeichnet. Mit der entsprechenden Aufnahme-App fürs Smartphone lässt sich der Ton auch ganz gut auspegeln.

Für Aufnahmen mit dem Smartphone gilt grundsätzlich:

(Fast) jedes externe Mikrofon ist besser als das eingebaute!

Vorteil bei der Audio-Aufnahme mit dem Smartphone und externem Mikro: Man ist sehr mobil. Wenn man zu Hause aufnehmen möchte, kann man sich vor ein Bücherregal stellen oder unter der Bettdecke aufzeichnen, dann klingt es wie im Studio.

Eine zweite Variante, die ich dann ausprobiert habe: ein mobiler Rekorder, etwa von der Firma Zoom. Zoom-Rekorder gibt es von H1 bis H6, für einfache Audios genügen vermutlich auch schon die niedrigen Zahlen. Die Rekorder sind sehr robust, man kann mit ihnen zu Hause oder mobil aufzeichnen, das fest am Rekorder installierte Mikro sehr gut auspegeln, mit einem Kopfhörer schon während der Aufzeichnung mithören und vieles mehr. Die Aufnahmen werden auf einer SD-Karte gespeichert. Man kann die Audios dann mit einem Schnittprogramm (siehe unten) bearbeiten.

Der Vorteil an manchen Zoom-Rekordern: Man kann damit auch:

Stationär aufzeichnen

Wenn man den Rekorder an den PC oder Laptop anschließt (dazu gibt es ein USB-Kabel) lässt er sich als Audio-Interface verwenden. Man zeichnet dann über das Mikro des Rekorders, aber mit dem Computer auf (etwa mit Audacity, siehe unten). Vorteil ist auch hier die Monitor-Funktion: Man kann sich selbst beim Sprechen mit dem Kopfhörer zuhören. Da der Zoom-Rekorder – je nach Ausstattung – auch zwei oder mehr Mikrofonanschlüsse hat, kann man auch weitere Mikros anschließen. Das ist nicht ganz unpraktisch, weil man dann die Anzeige auf dem Rekorder viel besser im Blick hat, als wenn man in das eingebaute Mikro spricht.

Eine sehr praktische Möglichkeit, um direkt mit dem PC o.ä. aufzuzeichnen, sind USB-Mikrofone. Von einigen, die Podcasts produzieren, ist mir etwa das „Rode NT-USB“ empfohlen worden. Man kann sich dazu noch ein Stativ oder einen Tisch-Mikrofonarm kaufen, dann kann man direkt vom Schreibtisch aus sprechen.

Audioschnitt

Selbst wann man sehr gut ist und alles perfekt einspricht, muss man doch meistens am Anfang und am Ende etwas abschneiden. Vielleicht möchte man auch ein Intro mit Musik ergänzen. Dazu bieten sich verschiedene Schnittprogramme an. Kostenlos ist Audacity. Da muss man sich vielleicht am Anfang erst mit Youtube-Videos die Funktionen erschließen, einfache Bearbeitungen sind danach aber schnell machbar. Die Audio kann man dann als mp3 oder WAV exportieren.

Was ich mir nicht genauer angeschaut habe, ist die Seite Audiomass.co. Sie erlaubt online-basierten Audio-Schnitt und könnte für einfache Schnitte durchaus ausreichend sein.

Es gibt auch einige Apps fürs Smarthpone, mit denen Audio-Schnitt möglich ist. Aber da habe ich keinen guten Überblick. Manche Apps, die ich getestet habe, sind sehr kompliziert in der Anwendung.

Musik fürs Intro

Falls man Musik unterlegen oder ein Intro mit Musik basteln möchte: Es gibt zahlreiche Seiten, auf denen man Rechte für Musik erwerben kann. Ich habe Cayzland verwendet. Es gibt sicher auch viele Seiten mit kostenfreier Musik. Da muss man aber wirklich das Kleingedruckte lesen und prüfen, welche Veröffentlichungsformen da jeweils erlaubt sind.

Podcasts veröffentlichen

Für die Hochschullehre ist es häufig sinnvoll, die Podcasts nicht über die üblichen Ausspielwege (Podcatcher) zur Verfügung zu stellen, sondern sie in den jeweiligen Lernmanagementsystemen entweder als reines Audio hochzuladen oder von einem anderen Server einzubinden. Die Uni Mainz betreibt etwa einen eigenen Panopto-Video-Server. Dort lassen sich auch reine Audios hochladen und nachbearbeiten. Mit Panopto lassen sich beispielsweise Inhaltsverzeichnisse erstellen, mit deren Hilfe man direkt zu einer bestimmten Stelle springen kann. Das sieht dann etwa so aus.

Audiogramme erstellen

Sobald man Audios als Video abspielt, sind Audiogramme ganz schick. Sie zeigen einen selbst gewählten Hintergrund und die bewegte Tonspur. Mit Hilfe von Audiogrammen kann man Audios auch im Stream von diversen Social-Media-Kanälen abspielen. Ich habe gute Erfahrungen mit Headliner gemacht, im Beitrag von Brigitte Hagedorn wird auch noch eine Alternative vorgestellt:

Tipps, Tricks und Vorbilder

Einige haben in den letzten Wochen und Monaten auch ihre (Technik-)Tipps zusammengestellt. Ich bin etwa auf die Empfehlungen von Lucas Soeker und Daniel Bouhs gestoßen.

Sehr spannend und hilfreich fand ich die Videos und Podcasts von Jonas Goebel auf https://www.juhopma.de/. Er ist evangelischer Pfarrer und produziert wirklich gute Podcast-Serien in einer Sprache, die zum Medium passt (also ohne Kirchensprech). Insbesondere seine Überlegungen zu einer digitalisierten Gemeinde fand ich reflektiert und inspirierend.

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